Die Maikäfersuppe
Eine etwas makabere Spezialität
Von Bernd-Ingo Friedrich

Maikäfer galten in der Antike als Aphrodisiakum, und auch im Mittelalter standen die Insekten schon auf den Speisezetteln. Eine kurze Renaissance erlebte die Spezialität als Notmahlzeit in den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg.
Die folgende Zubereitung basiert auf einem Rezept des 19. Jahrhunderts.
Man nehme:
etwa 20 Maikäfer pro Person,
einen Eßlöffel Butter oder Butterschmalz,
Fleisch- oder Gemüsebrühe,
saure Sahne und
pro Person eine Weißbrotscheibe.
Man bereitet die Suppe zu wie folgt:
Man blanchiert die Käfer kurz in kochendem Wasser, fischt sie mit einem Sieb heraus und entfernt ihre Beine und Flügeldecken. Letztere stellt man zunächst beiseite. Dann zerläßt man die Butter in einer Pfanne, gibt die Käferleiber hinein und brät sie kräftig an. Anschließend werden sie in einem Mörser zerrieben, das Püree wird in einen Topf mit kräftiger Brühe gegeben, kurz aufgekocht und abgeschmeckt.
Die fertige Suppe wird in einen tiefen Teller mit einer Scheibe Toast gegeben, mit einem Schuß saurer Sahne und einigen Flügeldecken garniert und möglichst heiß serviert. Zum Essen rezitiert man den 5. Streich aus Wilhelm Buschs Max und Moritz.
Käfer, die sich von Eichenblättern ernährt haben, sollte man besser meiden, weil sie infolge des hohen Gerbsäuregehalts der Blätter einen leicht adstringierenden Geschmack angenommen haben.

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